Mathekonferenzen

In diesem Schuljahr haben sich die Lehrpersonen des Schulzentrums Martin-Haffter im Rahmen der Einführung des Lehrplans Volksschule Thurgau mit dem Fachbereich Mathematik auseinandergesetzt und im Jahrgangsteam praxisbezogene Umsetzungen erarbeitet. Während der Umsetzungszeit sind viele Kostbarkeiten entstanden, die es anlässlich eines pädagogischen Konventes gemeinsam zu entdecken galt.

Mathekonferenzen gelten im fachdidaktischen Diskurs als motivierendes Instrument, auch heterogenen Klassen in ihrer Gesamtheit solide mathematische Grundlagen zu vermitteln. In Kleingruppen treten die Schülerinnen und Schüler über mathematische Sachverhalte in einen mündlichen Austausch. Es geht vor allem darum, die sachbezogene Kommunikation untereinander sowie das Lernen von- und miteinander zu fördern. Die Kinder und Jugendlichen werden hier herausgefordert, ihr Vorgehen bei der Lösung einer Aufgabe oder ihre Entdeckungen zu beschreiben und zu begründen sowie die Gedankengänge ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler nachzuvollziehen.

Neben der kommunikativen Kompetenz werden auch die darstellenden und argumentativen Kompetenzen der Lernenden gefordert und gefördert, indem sie unter anderem ihre unterschiedlichen Lösungswege präsentieren, vergleichen und konstruktiv bewerten. Von diesem sachbezogenen Austausch profitieren alle Schülerinnen und Schüler, so dass Mathekonferenzen eine Doppelfunktion zukommt: Einerseits profitieren die Heranwachsenden, die ihre Lösungswege erklären, indem sie ihr Vorgehen und ihre eigenen Gedankengänge verbalisieren und versuchen, diese verständlich zu präsentieren. Andererseits werden gleichzeitig die zuhörenden Schülerinnen und Schüler aktiv miteinbezogen, indem sie die Vorgehensweisen anderer nachvollziehen und vergleichen sollen, um anschliessend gezielte Rückmeldungen geben zu können. In diesem Sinne tragen Mathekonferenzen zur Entwicklung einer Kultur des Verstehens und Verstandenwerdens bei.

Redaktioneller Beitrag: Jean-Philippe Gerber

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