Hieroglyphen auf der Sternwanderung

Bestimmt waren Sie schon einmal mit Ihren Kindern grillieren im Wald. Da muss man an einiges denken. Auf dem Weg dorthin, an Kohle, Holz und Essen für die Kinder, an Pflästerli und Parapic. Nun, wir waren heute mit ca. 340 Kindern im Wald grillieren.
Damit es auf dem Weg dorthin kein Gedränge gibt, haben wir die Grillstelle aus verschiedenen Richtungen angefahren bzw. angewandert. Die 2. Klassen sind zum Beispiel von Hugelshofen her zum Bommerweiher gelaufen.
Unser Hauswartteam hat den Platz dort bei der Ankunft bereits gemütlich eingerichtet und die Kinder konnten sich in Wiese und Wald so richtig austoben. Schon nach kurzer Zeit war die Luft erfüllt mit einem unvergleichlichen Mix aus Zeckenspray und verbrannter Wurst.
Apropos Wurst: Kann man sich als Grilliardär noch ungefähr merken, wem die ersten drei Würste gehören, wird dies ohne Gedächtnistraining spätestens nach der zehnten Wurst unmöglich. Auch liebevoll in die Wurst geschnittene Namen verwandelten sich unter Einwirkung von Feuer und Glut in unleserliche Hieroglyphen.
„Prtzok, du kannst deine Wurst holen… Prtzok?!“ Manch einer hatte den kompletten Namen gut gemeint in ein herziges kleines Wienerli geschnitzt, welches dann auseinanderbrach und ein Raub der Flammen wurde. Da loben wir uns den Kindergarten, welcher das ganze Drama mit angeschriebenen Bambusstäbchen gekonnt umging. Man lernt eben nie aus.
Alles in allem ein toller Tag sprichwörtlich voller Höhen (z.B. das hohe Bord in der Wiese des Bauern, von welchem man herunterhüpfen konnte - also vom Bord, nicht vom Bauer) und Tiefen (z.B. das Rinnsal von Bach, in welches man dennoch hineinfallen oder sich einen sumpfigen Schuh holen kann, wenn man sich etwas Mühe gibt).
Text und Bild: Fabian Egger