Ein bisschen Mittelalter in Pfyn

Am Donnerstag, 29. August, war ein spezieller Tag für uns 6. Klässler. Wir starteten um Viertel nach sieben am Bahnhof und radelten gemeinsam nach Pfyn. Mitten auf dem Weg fing es ziemlich heftig an zu regnen. Aber das Wasser war schön warm und bis wir in Pfyn ankamen, waren wir schon wieder trocken. Leider war die Fahrt in Pfyn noch nicht zu Ende, das steilste Stück stand uns noch bevor. Aber naja, irgendwann kamen alle oben an, wo wir bereits von einem mittelalterlich gekleideten Falkner erwartet wurden. Er stand auf einer Wiese, auf welcher ein kleines Dorf aus weissen Zelten aufgebaut worden war. Der Falkner erzählte von einem Kaiser und erwähnte auch sonst merkwürdige Namen. Er führte uns zu seinen Zelten. Im einen waren ausgestopfte Adler, Milane und Falken, im anderen lebendige. Einen holte er heraus und stellte ihn uns als Jack, seinen Würgefalken vor. Er erzählte uns, dass die Falknerei noch immer gleich betrieben wird wie im Mittelalter. Ausser dass er seinen Falken Sender an die Beine bindet, damit er immer weiss, wo sie sich befinden. Einmal flog einer bis nach Stuttgart. Der Mann wusste sehr vieles zu berichten. Zum Beispiel kommt die Redewendung «Jemanden um den kleinen Finger wickeln» vom Falkner, der die Schnur des Falken um den kleinen Finger wickelt. Wer wollte, durfte einen Falken halten. Die meisten getrauten sich sogar ohne Handschuh, obwohl die spitzen Krallen pikten. Das war ein MEEEGA Erlebnis! Mit einem Federspiel, an das der Mann ein totes Eintagshühnchen band, führte der Falkner uns vor, wie ein Falke angreift. Das war ziemlich spektakulär.
Nach dem Znüni besuchten wir einen Schmied. Der zeigte uns, wie wir einen Ring, einen Schlüsselanhänger oder eine Muschel aus Zinn giessen konnten. Alle bemühten sich sehr und arbeiteten fleissig an ihrem Schmuckstück.
Viel zu schnell war die Zeit um. Nach einem kurzen Mittagessen schwangen wir uns wieder auf unsere Sättel und machten uns bei warmem Sonnenschein auf den Weg zurück nach Weinfelden.
Das war ein wirklich cooler Ausflug!
Erlebnisbericht: Susanna, Aaron, Elena, Naomi, Dario, Leandro (6. Klasse)